Sonntag, 7. August 2016

Rezension: Yoko Ogawa "Das Geheimnis der Eulerschen Formel"



Warum sollte sich jemand, der lieber vor der Mathematik davon läuft, für Yoko Ogawas Roman „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ begeistern können? Vielleicht weil diese Geschichte einen Zauber besitzt, der jeden ergreift – und Zahlen tatsächlich ihren Reiz haben? Eines steht für mich fest: Yoko Ogawas Buch ist ein wahrer Schatz, ein Kunstwerk – sowohl sprachlich, als auch mathematisch.

Wer sind Sie und was machen Sie in meinem Haus?


Die Geschichte spielt Anfang der 90er Jahre in Japan. Nach einem Unfall erleidet der Mathematikprofessor einen irreparablen Schaden. Sein Gedächtnis reicht exakt 80 Minuten lang, dann sind alle Erinnerung an die gerade vergangene Zeit wie ausgelöscht. Er lebt im Gartenpavillon auf dem Anwesen seiner Schwägerin. Jede Haushälterin, die sich bisher um ihn gekümmert hat, warf relativ schnell das Handtuch. Keine hielt es lange aus, ständig erklären zu müssen, wer sie ist und was sie hier macht.

Seine neue Haushälterin erzählt in dem Buch über ihre Erlebnisse mit dem Professor. Sie ist bei einer Agentur angestellt und wird dem Mathematiker zugeteilt. Auch sie hat anfänglich Schwierigkeiten, mit dem Gedächtnisverlust des alten Mannes zurecht zu kommen. Von Mathematik hält sie ebenfalls nichts. Doch ausgerechnet über die Zahlen und Formeln finden beiden einen Zugang zueinander.

Als ihr zehnjähriger Sohn nach der Schule vorbeikommt und den Professor kennenlernt, schließt dieser den Jungen sofort ins Herz. Er tauft ihn „Root“, weil sein Kopf so platt ist, wie das Wurzel-Zeichen. Der Alltag mit dem von seinem Gedächtnisverlust gebeutelten alten Mann ist nicht einfach. Dennoch entwickelt sich langsam eine tiefe Freundschaft zwischen den drei Menschen. Und der Professor aktiviert dabei einen unglaublichen Erfindungsgeist: Er baut sich kleine Eselsbrücken, um diese kostbare Verbindung nicht zu vergessen. Doch die Vertrautheit währt nicht lange – die Schwägerin setzt dem „Treiben“ abrupt eine Ende.

Eine leise Geschichte, die kaum Spannung braucht


Auf die japanische Autorin Yoko Ogawa bin ich auf Twitter gestoßen. Ich habe dann mal gestöbert, was die Autorin bisher veröffentlicht hat und bin bei diesem Titel hängen geblieben. Als Mathe-Fan zog mich „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ magisch an. Zwischen den Buchdeckeln entdeckte ich eine Geschichte, die einfühlsam und anmutig erzählt wird und dabei so tief geht, das sie einiges zum Schwingen und anderes zum Schweigen bringt. Es ist eine eher leise Geschichte, ohne Überraschungen, Tamtam oder Effekte. Ja, es fehlt sogar ein gewisser Grad an Spannung. Und all das braucht dieses Buch nicht, denn die Geschichte darin ist voll und ganz auf das Zwischenmenschliche fokussiert, umkreist es mit Hilfe der Zahlen.

Zahlenspielereien, Rätsel, Gleichungen


Die Raffinesse an dem Buch ist für mich die Mathematik, die einem natürlich nicht nur im Titel ins Auge springt. Im Text finden sich einige Zahlenspielereien und Rätsel. Auch werden bestimmte Zahlen (z. B. Primzahlen) und Formeln erklärt. Dabei wird Ogawa nicht wissenschaftlich, sondern spricht auch den Nicht-Mathematiker behutsam an. Man kann etwas lernen, ohne es wirklich zu merken, da der Professor die mathematischen Zusammenhänge seiner Haushälterin erklärt.

Ihre Figuren zeichnete die Autorin sehr authentisch. Sowohl der Professor, als auch die Haushälterin und ihr Sohn wirken greifbar und echt. Der Leser fühlt sich schnell als stummer Beobachter, der immer mit dabei ist. Selbst die Beweggründe der Schwägerin sind nachvollziehbar, als sie eine harte Entscheidung trifft. Und doch, es gibt eine Überraschung. Der Schluss entwickelte sich unerwartet und sorgte für den einzigen Spannungsmoment im ganzen Buch. Dabei wirkt das Ende tatsächlich plausibel und lässt den Leser mit einer tiefen Zufriedenheit zurück.

Fazit


Alles in allem ist „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ ein wunderbares Buch voller Tragik, aber auch Leichtigkeit, Zuversicht und Hoffnung. Es tut gut zu lesen, dass Menschen auch normal miteinander umgehen können und eine Beziehung pflegen, die von Höflichkeit geprägt ist. Trotz oder gerade wegen der Zahlen nahm mich die recht anspruchsvolle Geschichte sofort gefangen – und begeisterte auf ganzer Linie.



Yoko Ogawa
"Das Geheimnis der Eulerschen Formel"
aufbau taschenbuch
Übersetzerin: Sabine Mangold
ISBN: 9783746629445

Sonntag, 10. Juli 2016

Lyrik: lichtblick


lichtblick

vielleicht bald 
ein lichtblick
zwischen all den
hindernissen

zeit ist nicht
das problem
energie fehlt
fürs schreiben
motivation auch

bin noch nicht
gestrandet
dreidel eher
zwischen
pflicht und frust

vielleicht bald, nein
sehr bald
der eine lichtblick
der meinen fokus
wieder auf 
wesentliches lenkt





Dienstag, 14. Juni 2016

Rezension: Andrew E. Kaufman „Der Löwe, das Lamm, der Gejagte“


Patrick Bannisters Kindheit ist alles andere als rosig. Von seiner alleinerziehenden Mutter bekommt er mehr Abneigung als Liebe zu spüren. Und natürlich gibt er sich zunächst selbst die Schuld daran. Kaum alt genug und mit klarerem Blick auf die Dinge, zieht Patrick von Zuhause aus und lässt die Vergangenheit hinter sich.

Nach Hause zurück kehrt er erst zu Mutters Beerdigung. Widerwillig. In ihren Hinterlassenschaften findet Patrick ein Medaillon und einen knappen, merkwürdigen Brief. Schnell keimt in ihm der Verdacht, dass sowohl seine Mutter als auch sein Onkel Warren etwas mit der Entführung und Ermordung des 3-jährigen Nathan Kingsley vor 30 Jahren zu tun hatten. Wenn das stimmt, ist das einfach unglaublich!

Dienstag, 7. Juni 2016

Rezension: Tanja Bern „Distant Shore – Gold der Dünen“


Cover: KopfKino Verlag/Tanja Bern
Es ist wieder Zeit zum Träumen: Man schlägt die erste Seite auf und schon sieht man die smaragdgrüne Landschaft, Dünen und Wellen. Schmeckt Meersalz auf den Lippen und fühlt den Wind durch die Haare tanzen. Irland – ein mystischer Ort und Schauplatz der Novelle „Distant Shore“ von Tanja Bern. „Gold der Dünen“ heißt der zweite Teil der Trilogie. Ein verheißungsvoller Titel, dem der Inhalt des Werkes gerecht wird.

Rückblick Teil 1: Bens Zwillingsschwester Kristin starb an Krebs. Ihr letzter Wunsch war, dass Ben an ihrer Stelle ihr geliebtes Irland besucht. Dabei lernte er die geheimnisvolle Hanna kennen und nach und nach kommen sich beide näher. (Link zur Rezension)

Im zweiten Teil der Geschichte kehrt Ben auf die grüne Insel zurück. Er ist fest entschlossen, seiner Heimat Deutschland endgültig den Rücken zu kehren, um in Irland ein neues Leben zu beginnen. Familie und Freunde sind wenig begeistert. Sie meinen, er laufe vor seinem Schmerz nur davon. Wenn sie wüssten! Als dann eine alte Freundin Ben nach Irland hinterher reist, muss der junge Mann eine Entscheidung treffen.

Tanja Bern hat die Begabung, mit ihren Worten wunderschöne Bilder zu malen. Sie haucht ihren Protagonisten Leben ein und gibt ihnen in dieser kurzen Novelle genug Raum, sich weiter zu entwickeln. In ihrer Romance geht es um Liebe und Trauer, Zweifel und Hoffnung. Diese Gefühle werden mit jeder Zeile greifbarer. Bens innerer Kampf, Hannas Ängste und Befürchtungen – Emotionen, die aufwühlen. Man fühlt mit den beiden und hofft, dass alles gut wird.

„Distant Shore“ ist ein wunderbarer Lesegenuss für Fans romantischer Geschichten. Der bilderreiche, gefühlvolle Schreibstil der Autorin lässt einen schnell in die Welt von Ben und Hanna abtauchen. Und die Bilder bleiben noch eine Weile als Tagtraum an einem haften.

Tanja Bern
„Distant Shore – Gold der Dünen“
KopfKino Verlag Thomas Dellenbusch
ASIN: B01DM4EVFK


Samstag, 4. Juni 2016

Mein Blog wollte ein neues Kleid

Einen Blog zu betreiben ist ein steter Entwicklungsprozess. Es fängt bei der Wahl des Anbieters an - wordpress, blogger, und so weiter. Und geht bei der Anpassung der Optik und Inhalte weiter. Seit ich diesen Blog betreibe, hat er schon die eine oder andere Veränderung erfahren. Und nun ist wieder so eine Zeit, in der ich mich mit der äußeren Hülle meines Blogs beschäftige.

Ich habe darüber nachgedacht, zu wordpress zu wechseln. Das hat mehr design-technische Gründe, als dass ich von google generell weg wollte. Wenn ich mir die Blogs von anderen anschaue, die wordpress benutzen, habe ich das Gefühl, das man hier mehr machen kann. Doch alle Bloginhalte von blogger zu wordpress transportieren - irgendwie scheue ich mich noch davor. Vielleicht werde ich erst einmal in Ruhe recherchieren, ob es da technische Hilfsmittel gibt, die einem die Arbeit erleichtern.

Deshalb stöberte ich gestern ein wenig in den Design-Möglichkeiten von blogger herum und probiere gerade aus. Wann das finale Design erreicht ist - ich lass mich überraschen. Zumindest bin ich mit dieser recht schlichten Lösung erst einmal zufrieden - nicht zu 100 %, aber so 70 - 80. Lediglich das Logo, was eigentlich noch gar kein so richtiges Logo ist, werde ich auf jeden Fall weiter bearbeiten.

Falls jemand von Euch Anregungen, Tipps, Ideen hat ... schreibt mir einfach einen Kommentar.


Dienstag, 31. Mai 2016

Rezension: Brooke Davis "Noch so eine Tatsache über die Welt"


Was haben ein kleines Mädchen, ein alter Mann und eine alte Frau gemeinsam? Sie wissen Bescheid über das Verlassenwerden, das Zurückgelassenwerden, das Alleingelassenwerden. Millie ist sieben Jahre alt und wird von ihrer Mutter im Kaufhaus zurückgelassen. Tasttipper Karl verliert seine Frau und muss ins Altersheim. Nachdem Agathas Mann verstarb, verbarrikadierte sich die alte Frau in ihrem Haus. 


Millie weiß schon über eine Menge Bescheid. Sie führt ein „Buch der toten Dinge“, in dem sie jeden notiert, der stirbt. Ihr Hund Rambo, „Spinne, Vogel, Großmutter, die Nachbarskatze Gertrude“ und letztendlich auch ihr Dad. Am „ersten Tag des Wartens“ bleibt Millie im Kaufhaus bei dem Ständer mit der Damenunterwäsche, da, wo ihre Mutter sie abgesetzt hatte.

Freitag, 27. Mai 2016

Rezension: John Irving "Das Hotel New Hampshire"



Tragik und Komik liegen sehr nah beieinander in John Irvings skurriler Familiengeschichte „Das Hotel New Hampshire“. Die Erzählung wirkt real und dann doch wieder fremd, beinah unwirklich, wie einer der alten Schnulzen-Filme, die das Leben in allen Farben zeichnen. Und dann schlägt man am Ende das Buch zu und denkt: „Wow! Was für eine Geschichte!“

Irvings erzählt in seinem Roman die Geschichte der Familie Berry und öffnet dabei ein Fenster in die 40er/50er Jahre Amerikas. Er lässt das mittlere der Berry-Kinder John berichten, wie er in Diary (Bundesstaat Maine) aufgewachsen ist – zusammen mit seinen Eltern, seinem Großvater Coach Iowa-Bob und seinen Geschwistern: dem schwulen Frank, der hübschen Franny, dem tauben Egg und der zu klein geratenen Lilly.

Dienstag, 17. Mai 2016

Rezension: Jenna Kosig "Totenfreund"

Das letzte Opfer des Serienkillers war die hochschwangere Frau von Kriminalpolizist David Westers. Dann erschoss sein Freund und Kollege den Täter. Jahre später scheint allerdings der Killer von damals von den Toten auferstanden zu sein – oder mordet jemand nach dessen Schema?

„Totenfreund“ heißt Jenna Kosigs Debütroman, ein Thriller, der sich mit dem Thema Serienmord beschäftigt. David Westers ist leitender Ermittler und selbst Betroffener. Seine hochschwangere Frau konnte nicht mehr gerettet werden, fiel einem Serientäter zum Opfer. Doch das ungeborene Kind konnte gerettet werden. Seitdem plagen den alleinerziehenden Polizisten schwere Albträume. Dennoch versucht er, mit der Vergangenheit klar zu kommen und in der Gegenwart Beruf und Privatleben unter einen Hut zu kriegen. Eine neue Mordserie reißt alte Wunden wieder auf, denn perfider Weise gleichen die neuen Taten dem Muster des damaligen Killers. Doch der ist tot, auf der Flucht von Davids Kollegen und Freund Philip Bennett erschossen. Merkwürdig an der neuen Mordserie ist allerdings nicht nur der Käfer – eingerippter Totenfreund –, der bei jedem Opfer auftaucht, sondern auch die Ahnung, dass alles irgendetwas mit David zu tun hat.

Dienstag, 10. Mai 2016

Rezension: Eowyn Ivey „Das Schneemädchen“


Wäre es nicht schön, im tiefen Schnee zu versinken, dem eisigen Wind entgegen zu lachen und geheimnisvollen Stimmen der Natur zu lauschen? Beim Lesen von Eowyn Iveys „Das Schneemädchen“ sah ich wundervolle Winterbilder, fühlte alte Träume wahr werden und bekam die harte Gewissheit ins Gesicht geklatscht, dass ich für Alaska zu schwach bin.

Inspiriert von den Geschichten „Snegurochka“ und „Little Daughter of the Snow“ aus den „Old Peter's Russian Tales“ von Arthur Ransome schrieb Autorin Eowyn Ivey ein ebenso inspirierendes Märchen, das einen Hauch Wirklichkeit mitbringt oder haarscharf daran vorbei fliegt. In ihrem Debütroman „Das Schneemädchen“ holt sich Ivey das Märchen in ihre Heimat Alaska und spinnt eine eigene Geschichte darum, die berührt.

Sonntag, 8. Mai 2016

Lyrik: herzensbuch



herzensbuch

(für michael starcke)

ein ungestümer freund
ist das meer
dem ich nur in meinen
träumen so nah
endlose entfernung
zwischen dem hier
und dem dort
doch die sehnsucht
kennt den weg

und dann dieses buch
über den „alten bekannten“
das meer
letzte worte eines freundes
der nun für immer
am strand der unendlichkeit weilt

als wäre die
ahnung voraus geeilt
nannte ich es
- herzensbuch -
weil es die sprache
meiner seele verstand

die quelle seiner worte -
versiegt und ich
klammere mich fest
an diesen alten bekannten
das meer - das herzensbuch
weil es mehr als letzte worte

trost und erinnerung ist



Das Gedicht entstand gestern und bezieht sich auf den letzten Gedichtband, den der Bochumer Lyriker Michael Starcke im Februar 2016 veröffentlicht hat: "das meer ist ein alter bekannter, der warten kann". Michael Starcke, ein Autorenkollege, ein guter Freund, ist am 19.02.2016 verstorben.


Mich erreichte diese Nachricht erst Wochen später. Zwar hatte ich mich gewundert, warum auf meine letzte E-Mail keine Antwort kam - antwortete er doch sonst immer recht schnell. Doch aufkeimende Gedanken, dass da etwas passiert sei, schoben sich von selbst zur Seite. Als mich eine gemeinsame Autorenkollegin dann zu einer Lesung einlud, in der aus dem Buch des verstorbenen Lyrikers gelesen werden sollte, war ich wie vor den Kopf geschlagen. Das musste ich erst einmal verdauen.

Ich lernte Michael Starcke vor einigen Jahren in der Autorengruppe "Schwarze Lettern" kennen, die sich regelmäßig in Mülheim traf. Mit seinen Gedichten traf er bei mir sofort einen Nerv. Wenn ich seine Worte hörte oder las, fand ich mich oft wieder. Schnell wurde er zu meinem Vorbild. Völlig selbstlos war er für mich wie für viele andere Autoren der Gruppe da, unterstützte, half, gab Mut. Er las meine ersten Veröffentlichungen und seine Meinung dazu war echt. Keine Lobhudelei, sondern echte Auseinandersetzung mit meiner Art zu schreiben. Und wir haben ein paar Lesungen gemeinsam gestaltet. Wunderbare literarische Erfahrungen.

Bildzitat aus "das meer ist ein alter bekannter, der warten kann"

Seine Worte sind versiegt, das ist ein herber Verlust. Sein letzter Gedichtband thematisiert das Meer, das ich so liebe. Er hat das umgesetzt, wovon ich einfach nur träumte, weil mir das Träumen reichte. Sein Buch ist ein Herzensbuch für mich, weil ich darin meine Liebe zum Meer zwischen seinen Zeilen lese. Eine Rezension zum Buch wird folgen. Von innen wie außen ist es ein wahrer Schatz - erschienen übrigens im elif verlag.

Bildzitat aus "das meer ist ein alter bekannter, der warten kann"

Michael Starcke - ich bin dankbar, Dich kennengelernt zu haben. Ruhe in Frieden.

Dienstag, 3. Mai 2016

Rezension: E. L. Greiff "Zwölf Wasser - Nach den Fluten"


Im dritten Band hatte ich einen großen Showdown erwartet und wurde nicht enttäuscht. Überwältigend endet die Trilogie „Zwölf Wasser“ von E. L. Greiff. Der letzte Teil trägt den Untertitel „Nach den Fluten“, was zusätzlich die Erwartung weckte, nicht nur einen alles überragenden Endkampf mitzuerleben, sondern auch zu erfahren, was danach passiert. Und auch diese Erwartung wurde vollends erfüllt.

Dienstag, 26. April 2016

Zwischenbericht Schreibratgeber: Mein Start mit Sol Stein „Über das Schreiben“


„Ist etwas dran, dass Schreibratgeber helfen, Schreibblockaden zu lösen, in den Schreibfluss zu kommen, das Schreiben zu verbessern (oder zu lernen). Eine interessante Frage, die ich zu beantworten versuche.“

So schrieb ich in meinem letzten Blogbeitrag. Und natürlich war das nicht nur heiße Luft – ich bin dran. 

Sol Stein "Über das Schreiben" - es lohnt sich, weiter zu lesen.

Mutter aller Schreibratgeber?


Angefangen habe ich mit Sol Stein. Das Buch reizte mich sofort, weil es mit einem gigantischen Versprechen im Internet angepriesen wird: Es soll quasi die Mutter aller Schreibratgeber sein. Ein Buch, das jeder Autor gelesen haben sollte. Nun denn, ich stecke mitten im ersten Teil und bin vom Autor überzeugt worden, dran zu bleiben.

Mit den ersten Zeilen Erregung entfachen


Bisher habe ich das Kapitel „Grundlagen“ gelesen und mir einen ersten Eindruck vom Buch gemacht. „Über das Schreiben“ wirkt zunächst recht biographisch. Sol Stein schreibt in seinem ersten Kapitel viel über sich selbst, wie er das Schreiben gelernt hat. Neben Beispielen lässt er beinah unbemerkt Definitionen einfließen, die das Ganze eben nicht zu einer Autobiographie werden lassen, sondern immer wieder einen Lerneffekt provozieren. Interessant dabei ist Nummer 2 des Kapitels „Der richtige Anfang“. Genau das ist es, was man als Autor lernen möchte – wie sollte ein Buch beginnen, um Leser einzufangen.

Wenn der Leser am Anfang keine Erregung spürt, zweifelt er daran, daß er das Erlebnis genießen wird, das ihm der Autor verspricht.“ (S. 32)

Im Folgenden gibt er einige praktische Tipps, wie man seinen ersten Satz so formulieren kann, dass er funktioniert. Oder wie man seinen ersten Satz dahingehend überprüfen kann, ob er funktioniert. Da der Einstieg in das Buch extrem wichtig für die Kaufentscheidung ist, gibt Stein diesem Thema auch viel Platz in seinem Buch. Das finde ich sehr gut.

Fiktionale Literatur und Sachliteratur


Weiterer Pluspunkt bereits an dieser Stelle: Sol Stein widmet sich nicht nur der fiktionalen Literatur, sondern geht ebenso auf Sachliteratur ein. Das ist für mich besonders hilfreich, da ich mich auf beiden Ebenen tummele. An einem Roman arbeitet man anders als an einem Ratgeber oder Sachbuch – auch wenn es sicher Parallelen geben mag. Deshalb ist es für mich besonders interessant zu lesen, wie man an fiktionale Literatur und wie man an Sachliteratur herangeht, wo Gemeinsamkeiten versteckt sind und wo es signifikante Unterschiede gibt.

Mein Fazit bis jetzt


Es lohnt sich auf jeden Fall, Sol Stein weiter zu lesen.


Fortsetzung folgt ...