Donnerstag, 24. April 2014

Kurzrezension: Jonas Jonasson "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand"

"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson ist ein Schmöker, der wirklich gute Laune macht.

Allan Karlsson verschwindet an seinem 100. Geburtstag einfach so aus dem Altenheim. An der Busstation klaut er einen großen Koffer von einem jungen Mann, der Mitglied einer doch recht eigenartigen Gang ist. Dann setzt sich der alte Mann in einen Bus und fährt so weit, wie ihn 50 Kronen bringen. Das Abenteuer beginnt. Es folgen Erlebnisse und Verwicklungen, die so abstrus sind, dass man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt.

Doch die Gegenwart allein füllt den Roman nicht. Jonasson packt immer mehr Erinnerungen seines Protagonisten in seinen Roman, in dem der alte Schwede auf einer Reise durch die halbe Welt so gut wie jeden Politiker oder Wissenschaftler getroffen zu haben scheint, den ein Jahrhundert hergibt.

Die Idee des Buches fand ich zweifelsohne genial. Da muss man erst einmal drauf kommen. Mich persönlich haben allerdings die historischen Ausschweifungen nicht so sehr hinterm Ofen vorgelockt, da mich die eigentliche Geschichte viel mehr gepackt hatte. So fand ich es irgendwann sogar störend, immer wieder in langatmigen Erinnerungen zu schwelgen. Ich habe diese Kapitel dann einfach übersprungen. So war die Geschichte für mich flüssiger.

Mein Fazit: Für Geschichtsfans sicher genial, für Fans von heiterer Literatur ist halt viel Blättern angesagt.

Bewertung:




update: Jetzt auch mit Bild.

Kurzrezension: Yrsa Sigurdardóttir "Geisterfjord"

Es ist gruselig, Nerven aufreibend spannend, mystisch und einfach nur gruselig. Der Island-Thriller "Geisterfjord" von Yrsa Sigurdardóttir ist ein Roman ganz nach meinem Geschmack - ein Buch, das mich richtig gefesselt hat.


Zunächst erlebt man zwei Geschichten, die zur selben Zeit stattfinden. Katrín, Garðar und Líf wollen in einem menschenleeren Dorf im Nordwesten Islands ein Sommerhaus renovieren. Nicht nur, dass es saukalt und verschneit ist da draußen, es scheint zudem zu spuken. Ein seltsamer Junge sucht die jungen Leute heim. Einige Kilometer entfernt versucht Kommissarin Dagný zusammen mit Psychiater Freyr einen merkwürdigen Selbstmord einer alten Frau aufzuklären. Bei ihren Ermittlungen stochern sie irgendwann in der Vergangenheit herum und entdecken Unfassbares.

Kapitel für Kapitel wird man zwischen beiden Geschichten hin und her gerissen. Clever setzte die Autorin Cliffhanger um Cliffhanger, um ihre Leser durch die Geschichten zu treiben. Und spätestens im letzten Drittel, in dem beide Geschichten sich mehr und mehr verweben und sich langsam der Auflösung entgegen arbeiteten, war ich so gefangen, dass ich das Buch nicht mehr weg legen konnte. 

Mein Fazit: Absolut lesenswert!

Bewertung:




update: Jetzt auch mit Bild.

Sonntag, 6. April 2014

Rezension: Tanja Bern "Der silberne Flügel"

Covergestaltung: Lucky Adventure Design
Foto: © Natis - Fotolia.com
„Der silberne Flügel“ von Tanja Bern ist ein großartiges Werk. Die Gelsenkirchener Autorin hat mit diesem Roman eine unbeschreiblich spannende und romantische Geschichte entwickelt. Sie erzählt dabei so glaubhaft, dass man gleich einen Flug nach Schweden buchen möchte, um sich selbst ein Bild zu machen.

Die Geschichte spielt in den Skanden im Westen Schwedens. Elias Nilsson ist Arzt, wirkt aber mit seinem Leben nicht wirklich zufrieden. So überlegt er nicht lange, als ihm eines Tages ein Job in einer geheimen Forschungsstation in den Skanden angeboten wird. Seltsame Phänomene wurden dort gesichtet und merkwürdige Dinge passierten mit der Landschaft. 

Elias soll eigentlich nur die Mitarbeiter der Station verarzten, falls sie seine Hilfe einmal nötig haben sollten. Doch diese beanspruchten seine medizinischen Fähigkeiten weniger. Nach Tagen der Langeweile wird plötzlich ein seltsames Wesen gefunden, schwer verletzt. Und Elias hat mit einem Mal alle Hände voll zu tun, dieses menschenähnliche Wesen, das nicht von dieser Welt zu sein scheint, zu retten.