Dienstag, 26. Mai 2015

Schatzkiste: Mark Haddon „the curios incident of the dog in the night-time“

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Wenn ich mich recht erinnere, war es damals ein Tipp einer Freundin. Ich kaufte Mark Haddons Werk und war verblüfft. Dass ich das Buch auf Englisch so gut verstand (bei „The Catcher in the Rye“ hatte ich so meine Probleme und brach es ab) und dass mich die Geschichte eines autistischen Jungen so fasziniert hat. Der Roman ist voll von Logik und Mathematik, was mir Spaß macht. In der Ich-Form geschrieben, hatte ich zudem irgendwann das Gefühl, das Tagebuch des echten Christopher Boone zu lesen und nicht den Roman von Haddon.

Die deutsche Fassung heißt übrigens „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“. Ich würde es heute vielleicht noch einmal in deutsch lesen, nur um zu gucken, ob die Übersetzung dem Werk auch gerecht wird. 

Auszug aus dem Klappentext:


Although gifted with a superbly logical brain, fifteen-year-old Christopher is autistic and everyday interactions and admonishments have little meaning for him. He lives on patterns, rules, and a diagra, kept in his pocket. The one day, a neighbor's dog, Wellington, is killed and his carefully constructed universe is threatened. Christopher sets out to solve the murder in the style of his favorite (logical) detective, Sherlock Holmes. What follows makes for a novel that is deeply funny, poignant, and fascinating in its portrayal of a person whose curse and blessing are a mind that perceives the world entirely literally.“

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Montag, 25. Mai 2015

Lyrik: lesen – erleben

lesen - erleben

der erste satz
die zeit steht still
ich verliere mich
in einer neuen welt
behutsam mischen sich
deine worte, meine bilder
verknüpfen sich zu
neuen dimensionen
langsam erst
dann immer schneller
weil vertrauter – auch lebendiger
alles verschmilzt
meine fantasie
taucht ganz und gar ein
in deine welt
ein ort
den ich festhalten will

Botanischer Garten Berlin - fand ich irgendwie passend ...

Literaturdinge - der Blog hat einen neuen Namen


women-edition.de ist nun endgültig Geschichte und somit auch der Blogname. Schon längere Zeit dachte ich darüber nach, meinen Blog umzubenennen. Der Name sollte mehr Bezug darauf haben, was ich damit eigentlich mache: Bücher lesen, rezensieren oder einfach nur vorstellen – also irgendwas mit Büchern. Und ab und zu möchte ich hier auch etwas Eigenes veröffentlichen: Lyrik, Geschichten, Bilder. Mit dem, was women-edition.de früher war (nämlich ein Literaturportal für Autorinnen und Autoren), hat das nicht mehr viel zu tun. Deshalb nun die Änderung.


Die Namenssuche war zunächst ein Krampf. Nichts wollte mir einfallen. Doch dann war es plötzlich da: LITERATURDINGE. Der Name passt zu mir und dem, was ich mache, denn ich höre sehr oft den Satz, wenn ich am PC sitze oder gerade lese: „Na, machst du wieder Literaturdinge?“ Ja, mach ich – weil es mir Spaß macht. Und ab heute trägt mein Blog diesen Namen.

Dienstag, 19. Mai 2015

Schatzkiste: J. R. R. Tolkien „Die Abtenteuer des Tom Bombadil“

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J. R. R. Tolkien war mir lange Zeit überhaupt nicht bekannt. Welch Frevel! Bis mich eines Tages eine Freundin mit in die letzte Vorstellung der „Gefährten“, dem ersten Teil der „Herr der Ringe“-Trilogie, nahm. Ich war sofort infiziert. Mittelerde. Was für eine Welt! Einmal Elb, Ork, Zwerg oder Halbling sein. 

Der Film setzte etwas bei mir in Bewegung. Ich ließ mir die Bücher schenken – KLETT-COTTA, im Schuber, mit den Anhängen natürlich. Eine ganze Woche vergrub ich mich in Tolkiens Welt. Dann fieberte ich den beiden folgenden Kino-Teilen entgegen. Peter Jacksons Interpretation des großartigen Werkes fand ich fantastisch, auch wenn er an manchen Stellen mit seiner künstlerischen Freiheit sehr stark von der Vorlage abwich.

Doch eine Figur hat mir dennoch gefehlt, weil sie dem Fantasy-Epos einfach noch das gewisse Etwas gab: Tom Bombadil. Der tauchte in keinem der Filme auf, auch in den Extended Editions nicht. Schade. Wahrscheinlich kaufte ich mir deshalb das Buch „Die Abenteuer des Tom Bombadil“ von Tolkien.

Auszug aus dem Klappentext:


Tolkien ist auf ein paar flüchtig hingekritzelte Notizen und Anmerkungen aufmerksam geworden, die sich beim genaueren Hinsehen als Gedichte erwiesen. Sie sind unterschiedlich im Ton – von den langzeiligen Tom-Bombadil-Balladen bis zu den frechen kurzzeiligen Nonsens-Gedichten – und stammen aus unterschiedlichen Epochen.“


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Dienstag, 12. Mai 2015

Schatzkiste: Arto Paasilinna „Der Sommer der lachenden Kühe“

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„Der Sommer der lachenden Kühe“ war ein Spontankauf. Damals, im Sommer. Lange her. Ich machte Urlaub am Meer und in einem Buchladen stach mir beim Stöbern dieses Buch ins Auge. Das Cover an sich fand ich okay, umgehauen hat mich der Titel. „Der Sommer der lachenden Kühe“. Wie kommt man nur auf sowas.

Meine Freundinnen, mit denen ich zusammen auf Reisen war, hatten mir den Vogel gezeigt, als ich ihnen stolz meinen Fund präsentierte. Doch ich wollte das Buch haben. Gesagt, gekauft. Und ich habe es nie bereut.

Arto Paasilinna ist ein Spitzen-Autor. Der finnische Humor ist voll meine Wellenlänge und die Story des Romans ist so wunderbar abstrus, dass ich teilweise aus dem Lachen nicht mehr herauskam. Eine perfekte Geschichte für den Sommerurlaub. Damals – und auch heute noch.

Auszug aus dem Klappentext:

Er weiß gerade noch, dass er Tavetti Rytkönen heißt und einmal Panzer-Sergeant war, als ihn Taxifahrer Seppo in Helsinki mitten auf der Straße aufgabelt. Auf die Frage »Wo soll's hingehen?« lautet Rytkönens Antwort: »Egal, einfach vorwärts.« Und so beginnt eine skurrile Tour, die das ungleiche Paar kreuz und quer durch die finnische Seenplatte führt.“

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Samstag, 9. Mai 2015

Schatzkiste: Christian Morgenstern „Hundert Gedichte“

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Auf dem Gymnasium bin ich das erste Mal mit Christian Morgenstern in Berührung gekommen. Wie das geschah, weiß ich leider nicht mehr. Ich kann mich zumindest daran erinnern, einige seiner Gedichte im Gesangsunterricht rezitiert zu haben, um meine Aussprache zu verbessern. Auswendig gelernt habe ich dafür zum Beispiel dieses Werk:

Die Luft

Die Luft war einst dem Sterben nah.

‚Hilf mir, mein himmlischer Papa‘,
so rief sie mit sehr trübem Blick,
‚ich werde dumm, ich werde dick;

du weißt ja sonst für alles Rat –

schick mich auf Reisen, in ein Bad,
auch saure Milch wird gern empfohlen; –
wenn nicht – laß ich den Teufel holen!‘

Der Herr, sich scheuend vor Blamage,

erfand für sie die – Tonmassage.

Es blieb nicht das einzige Gedicht Morgensterns. Das Buch „Hundert Gedichte“ war das erste Morgenstern-Buch, das ich mir gekauft habe. Es erschien damals im Verlag Neues Leben Berlin und war die zweite Auflage von 1988.


Während des Abi entdeckte ich diesen genialen Dichter und seit dem bin ich Fan.

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